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Bier des Monats Dezember

II. Bockbieranstich im<br/>Brauhaus Unfinden
II. Bockbieranstich im
Brauhaus Unfinden

Eine große Menge an Pilsener Malz mischt sich mit dem heimischen Brauwasser, dazu kommen einige „Spezialmalze“ von Weyermann. Holledauer Tradition in insgesamt drei Gaben zum Würzekochen. Die Hefe kommt aus Reckendorf von der Schlossbrauerei. Eine Woche offene Hauptgärung, Nachgärung im Tank sechs Wochen. Die Stammwürze liegt bei 17,3 und der Alkoholgehalt dürfte bei ca. 7,5 liegen.

Es ist ein Bock geworden, und was für einer, der Bock des Brauvereins Unfinden.

Der erste Sud kochte vor ziemlich genau vier Jahren in den alten Gemäuern vor sich hin. Kaum zu glauben in so kurzer Zeit ein so exzellentes Bier zu brauen. Dazu von einer Gruppe, die allesamt gar keine Brauer sind, und die das Brauen nebenher erlernten. Mit welcher Genauigkeit und Hingabe, das ist allerdings bemerkenswert. Schön, was durch Begeisterung alles passieren kann.

II. Bockbieranstich im Brauhaus Unfinden 2
II. Bockbieranstich im Brauhaus Unfinden 3

Am 3.12. war der Bockbieranstich im Kommunbrauhaus in Unfinden. Meine Erwartungen waren hoch, ich wusste, dass der „Brauverein“ ein leckeres bernsteinfarbenes Vollbier braut, da ich zwei Wochen vorher beim Vorstand kurzerhand vom Kaffee zu eben diesem Bier umschwenkte. Aber nun zum Bock, ich versuche mich zu erinnern: Im Antrunk war er weich, mit schön cremigen Schaum. Ein malziger Körper, der aber nicht wie bei vielen anderen zu „klebrig“ oder „mastig“ wirkt . Bewusst hochvergoren, mit sehr wenig Restsüße für 17,3 % Stammwürze. Es sperrt sich nichts, und wenn dann der Krug endlich vom Mund weg war, musste ich feststellen, dass nach dem ersten Schluck schon fast der Boden vom Krug zu sehen war. Eine leichte Spur von Aroma-Hopfen verbreitet sich im Mund.

Es gibt hopfenbetontere Böcke, es gibt auch jene mit mehr Malzaroma im Geschmack, doch was dieses Bier ausmacht, ist die Ausgewogenheit der Geschmäcker - wie eine feingewuchtete Kurbelwelle läuft das braune Gold die Kehle hinunter, ohne Drehzahlloch von eins bis acht. Man ist niemals überfordert mit der doch üppigen Leistung und kann so noch viele Kilometer zusammen erleben.

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Aus einer alten Festschrift ist zu entnehmen: „Gegenwärtig ist auch die Inflationszeit in der man für 500 Mark ein Ei, und für 1700 Mark ein Bier in Unfinden bekommt.“ Diese Zeiten sind Gott sei Dank vorüber, heute bezahlt man beim Bockbieranstich gerade mal zwei Euro für 0,5 Liter.

Eines ist jedoch gleich geblieben, so war Unfinden beispielsweise in allen Kriegen bei Feinden schon immer sehr beliebt, wussten diese doch, dass die örtlichen Keller immer reichlich mit Wein und Bier gefüllt waren. Heute kommen die Menschen in freundschaftlicher Absicht nach Üfld, und das merkt man dem ganzen Umfeld an. Es wird gern gefeiert und viel gelacht. Das ist wunderbar.

Mehr infos auf www.brauhaus-unfinden.de